Spam: FashionFriends, Newsletter und Lauterkeitsrecht

Rechtsanwalt Martin Steiger

6 Kommentare

  1. Jakob Schäfer sagt:

    Bei FashionFriends sind die Rechtsverstösse ja recht offensichtlich.

    In dem Zusammenhang kommt mir eine deutsche Spezialität in den Sinn: dort ist der Newsletter-Versand per single-opt-in (Häkchen + Mailadresse auf Webseite) schnell ein Wettbewerbsverstoss. Selbst der Double Opt-In wurde letzten Herbst vom OLG München angezweifelt. Wie sieht das in der Schweiz aus?

    1. @Jakob Schäfer:

      «[…] Selbst der Double Opt-In wurde letzten Herbst vom OLG München angezweifelt. Wie sieht das in der Schweiz aus?»

      «Double Opt-In» ist aus meiner Sicht in der Schweiz empfehlenswert, aber gesetzlich oder gerichtlich nicht zwingend.

      Siehe dazu auch http://startwerk.ch/2011/06/06.....and-legal/.

  2. Pascal Birchler sagt:

    Die Passwort-Wiederherstellung ist nicht wirklich „unsicher“, wie du es hier schreibst:

    […] man erhält dieses neue Passwort von FashionFriends per E-Mail im Klartext (Screenshot) und muss es auch bei der nächsten Anmeldung als Nutzer nicht ändern.. FashionFriends speichert Nutzer-Passwörter demnach im Klartext und gefährdet als «Plain Text Offender» die eigenen Nutzer.

    Das heisst noch lange nicht, dass das Passwort im Klartext in der Datenbank abgelegt ist. Es kann auch verschlüsselt gespeichert werden, nachdem es zuvor per Mail versendet wurde. Hätte FashionFriends eine „Passwort vergessen?“ Funktion, welche dir dein aktuelles Passwort im Klartext mailt, wäre natürlich eine Ablage im Klartext vorhanden.

    -> Die alternative Möglichkeit für Websites wäre natürlich ein Link in der E-Mail, über den man sich einmalig ein neues Passwort generieren lassen kann.

    1. @Pascal Birchler:

      Aus meiner Sicht sollten Passwörter niemals im Klartext per E-Mail versendet werden. Es handelt sich in keinem Fall um «best practice» und ist im Normalfall ein Indikator für einen tiefen Sicherheitsstandard.

      Ich habe den entsprechenden Abschnitt oben angepasst um Deinem Kommentar Rechnung zu tragen.

  3. Paul sagt:

    Hmm. Als Rechtsanwalt in so einer Sache den Kopf in den Sand stecken? Finde ich nicht gut. Einfach mal eine nette Unterlassungserklärung samt Kostennote zustellen lassen – dann darf die Firma jeden weiteren unerwünscht zugestellten Newsletter bezahlen. In D sind 5000€ eine übliche Größe. Spätestens bei der zweiten unerwünschten Zustellung und dann folgenden Rechtsmitteln hören sie damit auf.

  4. Raphi sagt:

    Ich bekomme auch regelmässig die Newsletters von FashionFriends ohne dass ich mich dort jemals angemeldet hätte. Wie du auch schön beschrieben hast fehlt die Möglichkeit einer einfachen Anmeldung komplett. Deshalb ist die Domain jetzt ebenfalls auf meiner Blacklist…

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