Umfassende Internet-Überwachung an Schweizer Schulen

Rechtsanwalt Martin Steiger

7 Kommentare

  1. Wolf Stettler sagt:

    Sind Man-in-the-Middle Angriffe in diesem Fall legal? Auch wenn die Schule einen Vertrag mit Swisscom hat, sind ja auch andere betroffen. Neben Lehrern und Schülern auch die Anbieter der Dienste, deren Zertifikate gefälscht werden.

    Das CA-System muss spätestens seit dem DigiNotar-Fall als kompromitiert und nur noch sehr beschränkt sicher gelten, aber dass ein halbstaatlicher Akteur im Auftrag der staatlichen Schulen Zertifikate fälscht, ist trotzdem ein Starkes Stück.

    1. irgendeiner sagt:

      Ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass dies eine strafbare Verletzung des Fernmeldegeheimnisses darstellt. Selbst wenn es vom Kunden so gewünscht wird, ändert dies nichts am Tatbestand, weil nicht alle Benützer explizit zugestimmt haben.

      Man könnte es mit einer Telefonzelle auf dem Schulgelände vergleichen, welche zum angeblichen Schutz der Kinder abgehört wird. Das geht auch dann nicht, wenn ein Plakat an der Türe darauf aufmerksam macht.

  2. Das Fälschen von Zertifikaten ist im Prinzip nichts anderes als eine Urkundenfälschung, darauf stehen gemäss StGB mehrjährige Gefängnisstrafen. Es ist zu hoffen, dass ein Staatsanwalt, der dieses liest, hiermit nun gegen die Verantwortlichen der Swisscom eine entsprechende Strafuntersuchung einleitet!

    1. irgendeiner sagt:

      Das ist ein einleuchtender Gedanke.

  3. Ferdinand Müller sagt:

    In der Root-Zertifikats-Liste in meinem Firefox befinden sich sowieso Swisscom-Root-Zertifikate. Da frage ich mich als Swisscom-Kunde, ob da nicht ein Interessenkonflikt besteht, und ob die Browser-Hersteller wirklich Root-Zertifikate von ISPs mitausliefern sollten.

  4. irgendeiner sagt:

    An der ganzen Sache stört mich ausserdem, dass Swisscom nun offenbar die Infrastruktur für man-in-the-middle betriebsbereit im Hause hat. Falls der unsägliche Bundestrojaner legalisiert werden sollte, werden sie diese Technologie dann auf allgemeiner Basis anwenden können. Orwell war da viel harmloser!

  5. Martin Jäggi sagt:

    Eigentlich habe ich gedacht, dass die Schule auf das Leben vorbereiten soll. Wie alt muss man sein, um in der Wirklichkeit leben zu dürfen? Ist der Lehrkörper wirklich der Meinung, dass Informationen – auch wenn sie sexueller Natur sind oder Gewalt beinhalten – junge Leute „verderben“ können? Haben wir so wenig Vertrauen in junge Menschen? Ich war Lehrer und weiss deshalb auch, dass gerade Heranwachsende heikle Themen sehr kritisch unter die Lupe nehmen und hinterfragen. Und auch, dass sie ein sehr starkes Gerechtigkeitsempfinden haben, das dann leider mit dem „Erwachsen“ werden abnimmt.

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