Neue Regeln für Gewinnspiele und Wettbewerbe in der Schweiz

Rechtsanwalt Martin Steiger

39 Kommentare

  1. Thomas Mauch sagt:

    Hallo Martin, heisst das: Alle anderen (also, diejenigen, die nicht unter die Ausnahmen fallen) Wettbewerbe und Verlosungen von Unternehmen und Organisationen würden eine entsprechende Bewilligung bedingen? Sagen wir mal, ich verlose fünf Deodorants-Sticks unter meinen Facebook-Fans – oder habe ich das falsch verstanden?

    1. @Thomas Mauch:

      Solche Verlosungen und Wettbewerbe fallen aus meiner Sicht nicht unter das Geldspielgesetz, solange es keinen geldwerten Einsatz gibt beziehungsweise solange kein Rechtsgeschäft abgeschlossen wird.

  2. Jasmin sagt:

    Guten Tag Herr Steiger
    In der heutigen 20min-Gratiszeitung hatte es eine Migros-Werbung („Das grosse Cumulus-Stempelfieber!“). Ich bin treue Kundin, verfüge aber nicht über ein Smartphone. Nun müsste ich mir eins zulegen um in der Migros-App die Cumulus-Stempelkarte aktivieren zu können… Weitere Informationen (auch über die alternative Teilnahme?) gibts laut Inserat in der App. Die Möglichkeit zu profitieren hängt doch somit vom Kauf bzw. Besitz eines anderen Produkts ab, oder? Ist das zulässig?

    1. @Jasmin:

      Auf den ersten Blick gehe ich davon aus, dass es sich bei den digitalen Stempelkarten der Migros nicht um ein Geschicklichkeitsspiel oder um eine Lotterie handelt.

      Die Frage ist unabhängig davon interessant. Wie begründet die Migros, dass man diese Stempelkarten nur digital nutzen kann?

      1. Jasmin sagt:

        Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Das wohl eher nicht. Auf der Cumulus-Infoline hat man mir das nicht begründen können. Sei halt einfach so. Bedauerlich. Mir ist jedoch bewusst, dass ich einer Minderheit angehöre, heutzutage, wo 8 von 10 Schweizern/Schweizerinnen ein Smartphone besitzen – Somit fürchte ich, ist meine Frage für den Konsumentenschutz wohl auch kaum von Interesse – Aber das wäre wohl eher das Thema, oder? Ich finde das unfair; Aber es steht mir ja frei mich für oder gegen die Anschaffung eines solchen Geräts und somit das Benutzen der App, wodurch ich profitieren könnte, zu entscheiden.

        1. JK sagt:

          Guten Tag

          Gerne würde ich an ihre Unterhaltung im ähnlichen Kontext anschliessen und eine Frage dazu positionieren.
          Ich habe oft über das Smartphone bei Blick.ch am Gewinnspiel über den gratis WAP Link am Gewinnspiel teilgenommen über ein online Formular. Kürzlich wollte ich erneut mit dieser Methode teilnehmen. Nun ist ja das neue Gesetz in Kraft und siehe da kein WAP Link mehr zur gratis Teilnahme sondern ein Link auf eine Homepage. Darauf kann ich mir ein PDF Formular herunterladen, muss dieses ausdrucken, ausfüllen und kostenpflichtig (A-Post) einsenden. Dies sind durchaus gänige Schritte aber nicht mehr gratis. Das Porto von 1.- ist jedoch günstiger als die anderen beiden Teilnahmeoptionen (Anruf 1.90/min und SMS 1.90/SMS). Ist das somit legitim? Wird da nicht der Teilnehmer über einen möglichst aufwendigen Weg zur teuereren Teilnahmeoption gedrängt? Geschweige denn, das ein Brief per Post unpraktisch, aufwendig und ökologischer Nonsens ist. Ein E-Mail wäre gratis und um einiges einfacher. Ausserdem bedingt ein Brief per A-Post, das die Gratisteilnahme ein Tag vor Ablauf der Einreichefrist aufgegeben werden muss und somit am letzten Tag der Teilnahmemöglichkeit eine Gratisteilnahme nicht mehr möglich ist. Nun die AGB geben an das der Poststempel massgebend ist, den kriege ich nach Ladenschluss ja nicht mehr. Also bin ich zumindest einige Zeit von der Gratisteilnahme ausgeschlossen und der Wettbewerb läuft noch.

          Bitte stillen sie meinen Wissensdurst etwas.

          Freundliche Grüsse

          JK

          1. Anonymus sagt:

            Guten Tag

            Hinzu kommt beim Blick, dass pro Couvert explizit nur ein Formular geschickt werden darf. Wenn ich also für die gesamte Familie teilnehmen möchte, muss pro Teilnahme ein separates Couvert verschickt werden!?!?

            Gruss

  3. Daniel sagt:

    Sehr guter Artikel Martin Steiger und mit praktischen Beispielen erläutert. Für mich sind die Änderungen und die vier Möglichkeiten klar geworden und jetzt weiss ich auch warum einige der Anbieter immer im Kleingedruckten „Teilnahmen auch ohne Kaufzwang via der E-Mail (…) möglich“.

  4. Andreas sagt:

    Grüezi Herr Steiger

    Demnach könnte man im Fall 4 einen Fernseher als Preis ausschrieben mit Möglichkeit einer kostenlosen Teilnahme (z.B Versand Postkarte). Die Teilnahme kostet zum Beispiel CHF 5.00 pro Losnummer. Dafür erhält man dann eine Tafel Schokolade. :) Kauft man 2 Lose erhält man 2 Tafel Schokolade oder man schickt 2 Postkarten ein.

    Das ist ja super :)

    Grüsse

    Andreas

  5. Jenny Rentsch sagt:

    Guten Tag Herr Steiger, vielen Dank für den einfach und klar formulierten Artikel mit den anschaulichen Beispielen. Eine Frage konnte ich jedoch nicht abschliessend beantworten: Muss der Gewinn bei einem Gewinnspiel als Summe im Detail angegeben werden?
    Beispiel 1: Wir verlosen 7x 4 Tickets (genauer Gewinn bekannt)
    Beispiel 2: Wer ein Osterei findet, erhält 4 Tickets (es wird nicht bekannt gegeben, wie viele Ostereier es gibt)
    Ist Beispiel 2 zulässig?

    1. @Jenny Rentsch:

      Auf den ersten Blick und unverbindlich halte ich Beispiel 2 für zulässig. Der Gewinn – 4 Tickets – ist ja bekannt, bloss die Anzahl der Ostereier ist nicht bekannt.

      1. Anonymous sagt:

        Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.

  6. Kathrin sagt:

    Guten Tag Herr Steiger
    Ich habe noch eine Frage zur Aufteilung von Preisen. Wir verlosen 10 Tickets an einem Wettbewerb, welchen wir offline (an Messeständen) wie auch online (Formular auf Webseite) publizieren. Ist es erlaubt für die beiden Kanäle verschiedene Wettbewerbsfragen zu nutzen?
    Herzlichen Dank für ihre Hilfe.

  7. Patrick Brunner sagt:

    Guten Tag Herr Steiger
    Sehr guter Artikel, besten Dank. Eine Frage bleibt für mich noch offen… Wenn ein Gewinnspiel durchgeführt wird und die Teilnahme mittels einer Teilnahmekarte erfolgt, auf welcher der Teilnehmer seine Angaben einträgt, müssen auf dieser Karte die vollständigen Gewinnspielbedingungen stehen oder kann auch lediglich etwas wie „Mit der Teilnahme anerkennt der Teilnehmer die unter http://www.geschäft.info/bedingungen veröffentlichten Wettbewerbsbedingungen“.
    Freundliche Grüsse
    Patrick Brunner

  8. Simon sagt:

    Guten Tag Herr Steiger
    Mich würde interessieren, wie es mit der Verlosung von Spirituosen aussieht. Ist dies in der Schweiz zulässig? (Natürlich mit dem Verweis, dass die teilnehmende Person Volljährig sein muss). Unterscheidet sich hier das Gesetz für unabhängige Gewinnspielseiten im Vergleich zu Spirituosenhändler?

    1. @Simon:

      Ich empfehle, diese Frage für den jeweiligen Einzelfall sorgfältig abklären zu lassen.

  9. Guido sagt:

    guten Tag Herr Steiger,
    Rubbellos Spiel einer Tankstellen Kette endet am 30. Juni 19.
    Ein Artikel von 5 oder 6 auswählbaren Sofortpreisen wurde einfach gestrichen in einer von mir viel genutzten Tankstelle. Personal darf es nicht aushändigen, ist aber im Regal findbar.Darf nur noch verkauft werden. Ist sowas überhaupt erlaubt?

    1. Martin sagt:

      Guten Tag
      Mal ein Jurist, der sich auch um das Orbit kümmert…..danke
      Sind TWINT-Wettbewerbe zulässig, wie:
      Lade TWINT herunter und du gewinnst 1000 Franken. Ich kann ja nicht Chancengleichheit teilnehmen, wenn ich TWINT schon habe. Andererseits gibts ja keinen Kaufzwang.
      Martin

      1. @Guido:

        Gibt es solche TWINT-Wettbewerbe? Normalerweise gibt es eine Teilnahmemöglichkeit ohne Download der TWINT-App. Aktuelle Beispiel (mit Hervorhebung):

        «Die Gewinnerinnen und Gewinner haben das Recht, vom Gewinn zurückzutreten. In diesem Fall hat sich die Nutzerin oder der Nutzer an den Kundenservice der benutzten TWINT App zu wenden. Kein Kaufzwang. Die kostenlose Teilnahme ist möglich via untenstehendem Online-Formular.»

        https://www.twint.ch/teilnahmebedingungen/

        1. Anonymus sagt:

          Wenn denn so ein Formular existierte….

  10. Guido sagt:

    Hat sich erledigt. Personal darf entscheiden und solange Vorrat.
    Danke

    1. @Guide:

      Das verstehe ich nicht: Was darf das Personal entscheiden? Und wieso ist ein Artikel, der offensichtlich noch vorrätig ist – im Regal! –, nicht mehr als Sofortpreis erhältlich?

  11. Romana sagt:

    Hallo miteinander

    Wenn nun eine Firma einen Wettbewerb macht, bei dem es einen Gutschein über Fr. 1’000 von Swiss zu gewinnen gibt, unterliegt das dann auch dem Geldspielgesetz?

    1. @Romana:

      Die Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Antwort hängt unter anderem davon ab, wie genau die Teilnahme am Wettbewerb erfolgt.

  12. Sandra sagt:

    Hallo Zusammen

    Ist es zulässig das man mit einem Wettbewerb für ein Schweizer Openair lediglich 1 Ticket gewinnt, wobei das Openair schon ausverkauft ist?
    So muss man entweder alleine hingehen da niemand im Freundeskreis noch ein Ticket erwerben kann. bzw. auch wenn er es noch könnte wäre es ein gewisser „Kaufzwang“.

    1. @Sandra:

      Ich gehe davon aus, dass ein Konzert auch nur ein Ticket als Preis ausschreiben darf. Und wieso nicht die Gelegenheit nutzen, um neue Freunde zu gewinnen?

  13. Raffaele sagt:

    Sehr geehrter Herr Steiger

    Durch Teilnahme an Umfrageportalen verdiene ich etwas dazu in Form von Cash, Paypal Guthaben oder Gutscheine (amazon, zalando, ticket corner erc.).

    Die Gutscheine würde ich aber gerne auf dem bigi.blog verlosen. Die Zielgruppe sind Architelzurstudenten.

    Der erste Architekturstudent, der uns ein Mail schreibt mit einem Foto des Studentenausweises erhält ei Gutscheincode im Wert von 5€-15€.

    Die Ziele sind zweierlei:
    – „passives“ Marketing durch Herumsprechen, dass wir Gutscheine verlosen
    – Sammlung von e-mail Adressen um mit der Zielgruppe in direktem Kontakt zu kommen

    Was müsste ich dabei beachten?
    Oder soll ich ganz die Finger davo n lassen?

    Vielen Dank im Voraus für ein Feeback.

    MfG

    Raffaele
    bigi.blog

    1. @Raffaele:

      Was Sie planen, ist in der Schweiz – soweit ersichtlich – zulässig. Sie müssen aber insbesondere das Geldspielrecht, das Lauterkeitsrecht und das Datenschutzrecht einhalten. Was genau gilt, müsste in Ihrem Einzelfall geprüft und dann umgesetzt werden.

  14. Cosimo sagt:

    Sehr geehrter Herr Steiger,
    würde dann eine Online-Auktion mit einem Anmeldegebühreinsatz unter das Geldspielgesetzt fallen?
    In vorab besten Dank
    Cosimo

    1. @Cosimo:

      Beziehen Sie sich auf Angebote wie ricardo.ch?

      Nein, bei solchen Angeboten sehe ich auf Anhieb nicht, wie sie unter das Geldspielgesetz fallen könnten.

      1. Cosimo sagt:

        Ja, ähnlich, aber mit einer Anmeldegebühr vor jede Auktion.

        1. @Cosimo:

          Gibt es ein Beispiel, das man sich online ansehen kann?

          1. Anonymus sagt:

            Zum Beispiel bidoo.com oder redbid.eu

          2. Cosimo sagt:

            Es gibt ähnliche, wie bidoo.it oder redbid.eu. Hierbei ist die Anmeldung kostenlos, daher meine Frage: was wenn man eine Anmeldegebühr verlangt?

            1. @Cosimo:

              Ich gehe unverbindlich davon aus, dass Gebühren allein schon für die Teilnahme an einer Auktion zwar unüblich, aber zulässig sind.

              Allzu vertrauenswürdig sehen die beiden verlinkten Websites allerdings nicht aus. Aber allenfalls gilt: Andere Länder, andere Sitten …

  15. Julia sagt:

    Sehr geehrter Herr Steiger,
    Super Artikel! Das hat mir sehr geholfen.

    Nur eine Frage, um nachzufragen, ob ich es richtig verstanden habe: Solange die Glücksspiele (z.B. Glücksrad) kostenlos sind und es nur Reduktionen (Coupons 10 -30%) zu gewinnen gibt.
    Dann sind es gewöhnlich Verkaufsförderungsspiele und fallen nicht unter das Geldspielgesetz.

    Beispiel: Migros stellt ein Glücksrad hin, jeder kann kostenlos teilnehmen. Zu gewinnen gibt es entweder Cumulus-Punkte oder Reduktionen (Coupons). Da der Gewinner nicht gezwungen ist den Gewinn einzusetzen, fällt diesen Fall nicht unter das Geldspielgesetz.

    1. @Julia:

      Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es tatsächlich solche Glücksräder bei der Migros. Leider würde es aber den Rahmen einer solchen Kommentar-Diskussion sprengen, Ihr Szenario durchzudenken und zu qualifizieren.

  16. Sara sagt:

    Guten Tag Herr Steiger

    Wenn unser Verein in der Schweiz an einem Unterhaltungsabend eine Tombola mit einer Schätzfrage macht, Preis pro Antwort 1-10CHF./Person, ist das dann ohne Bewilligung erlaubt?
    Der maximal mögliche Gewinn für den Verein aus dem Glücksspiel ist 4000CHF. Gibt es eine Vorgabe für den Mindestpreis der Summe der Sachgewinne?

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung!

    1. @Sara:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Im Rahmen von Kommentaren kann ich leider keine Einschätzung im Einzelfall abgeben. Dafür müssen Sie sich im Zweifelsfall beraten lassen.

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