Smartphones: Entsperrung durch die Polizei mittels Fingerabdruck und Gesichtserkennung

Rechtsanwalt Martin Steiger

7 Kommentare

  1. Anonymus sagt:

    Lieber Herr Steiger

    Ich möchte noch darauf hinweisen, dass bei iPhones die Möglichkeit besteht, nach 5-maligem Drücken der Ausschalttaste in den Notfallmodus zu gelangen. Damit wird auch TouchID und FaceID deaktiviert, ein Entsperren mit Biometrie ist dann nicht mehr möglich, bis das Passwort/PIN eingeben wurde.

    Liebe Grüsse

    1. Vorsicht, das funktioniert zumindest mit meinem iPhone nicht. Ich löse damit Apple Pay aus … Apple beschreibt, das Face ID unter anderem deaktiviert wird, wenn …

      «Sie hatten die Seitentaste und eine der Lautstärketasten gleichzeitig zwei Sekunden gedrückt gehalten, um das Gerät auszuschalten oder einen Notruf abzusetzen.»

      https://support.apple.com/de-de/HT208108

      Ich empfehle, dass man ausprobiert, wie sich das Entsperren mit biometrischen Daten auf dem eigenen iPhone oder sonstigen Gerät tatsächlich deaktivieren lässt.

      1. Anonymus sagt:

        Des Rätsels-Lösung: Die Funktionalität muss erst via

        Einstellungen -> Notruf SOS -> Mit Seitentaste anrufen

        aktiviert werden. Danach sollte sich das iPhone nach 5-maligem Drücken der Ausschalttaste sperren.

        Aber natürlich sollte man dies zuerst auszuprobieren. Schon alleine der Vorbereitung wegen.

        1. Vorsicht, damit löst man auch Emergency SOS / Notruf SOS aus und sperrt nicht bloss das Entsperren mit biometrischen Daten.

  2. Simon sagt:

    Danke für den Artikel, Martin. Also hier funktioniert es anstandslos mit dem 5x drücken. Es erscheint eine Seite mit drei Slidern Ausschalten, Notfallpass, Notruf SOS. Wenn man dort auf Abbruch tippt, ist die Biometrie nachher gesperrt.

    Auch das mit dem Notruf stimmt nicht, man muss den Notruf danach noch mit einem Slide auslösen.

    1. @ Simon:

      Der Anonymus hat es richtig geschrieben: Es hängt von der Konfiguration ab, ob die «Emergency SOS»-Funktion aktiv ist und ob automatisch ein Anruf (oder Anrufe) erfolgen, sobald der Countdown abgelaufen ist.

      Apple selbst beschreibt die «Emergency SOS»-Funktion unter https://support.apple.com/de-ch/HT208076

      Das Alarmsignal selbst scheint nicht konfigurierbar zu sein, das heisst es ertönt vermutlich immer.

      Mit Face ID / Touch ID hat die Funktion erst einmal nichts zu tun, das Deaktivieren ist bloss eine Nebenwirkung, die entsprechend kleingedruckt erwähnt wird.

      Nebenbei: Apple Watch nicht vergessen!

  3. Tobias Claren sagt:

    Die (Schweizer) Polizei darf Fingerabdrücke nehmen oder „fotografieren?!“, um dann mit diesen Kopien das Telefon zu entsperren, aber sie dürfen nicht den Finger der Person mit Gewalt auf den Scanner drücken? Augen aufreißen zur Iriserkennung dürfte schwieriger sein.

    Die Hersteller sollten das berücksichtigen, und ein Codewort einbauen mit den sich das Telefon jederzeit deaktivieren lässt.
    Ähnlich wie das Telefon auf „Hi Google“ reagiert, könnte der Besitzer ein Codewort festlegen, mit dem es sich ausschaltet, und nur noch mit Passwort/PIN Zugriff möglich ist. Also auch nicht mit biometrischen Daten wie Fingerabdruck, Iris, Gesicht…
    Z.B. „Picard-47-Alpha-Tango“ (Selbstzerstörungscode der Enterptrise von Captain Picard).
    Evtl. mit der Option dass dann auch Daten gelöscht werden.

    Solch eine sprachliche Fernsperrung ist natürlich auch Zuhause praktisch.
    Wenn man mit Sprachbefehl eine Steckdose abschalten könnte, könnte man auch von der Türe, oder mit SEK auf dem Körper (hoffentlich) noch den PC abschalten.
    Wenn der verschlüsselt ist, haben die wohl keine Chance. Auch nicht mit Hilfe von BND, CIA, NSA… Außer die lassen es in der Area 51 durch einen extrem fortschrittlichen supergeheimen Quantencomputer auf Basis von Alientechnologie laufen…
    Es gibt autarke Lichtschalter mit Spracherkennung. Außerdem noch Schaltbare Streckdose die man mit Google Home oder Alexa steuern kann.
    Es wäre natürlich gut, könnte man außer z.B. „Alexa“ noch andere Triggerworte festlegen die sofort eine Aktion auslösen, ohne vorher „Alexa“ sagen zu müssen.

    Leicht OT, aber der Bereich Technik beeinhaltet Zuhause noch die Möglichkeiten diese zu verstecken.
    Z.B. könnte man neben einer Steckdose ein Loch (nicht durchgehend) in die Wand machen, ein Netzteil verbunden mit der Steckdose rein, ein WLAN-NAS rein. Zuspachteln, die zuvor per Wasser angelöste Tapete wieder drüber, und es ist extrem unwahrscheinlich dass das bei einer Haussuchung gefunden wird.
    Da müsste der PC schon laufen, offen sein, und ein IT-Erfahrener Polizist sehen dass das Teil als Netzlaufwerk eingebunden ist, und dann fragen, wo es sich befindet. Wenn es nicht zu finden ist, können die aber immer noch davon ausgehen es ist außerhalb der Wohnung.
    Evtl. bei einem Nachbarn, am Haus-Licht-Strom auf dem Dachboden, evtl. sogar in einem anderen Haus neben oder gegenüber dem Haus, oder einen angeketteten Fahrrad vor dem Haus mit Solarzelle hinten auf dem Topcase in dem das Gerät läuft. Aber ein Durchsuchungsbefehl für alle Wohnungen und Häuser dürfte wohl nicht zu bekommen sein.

    Da fällt mir noch ein Szenario ein.
    Eine versteckte „Piratenbox“ (googlen) an einem Ort. Jeder kann sich von der Straße aus per WLAN verbinden und Daten wie Filme, Musik, Software hochladen und runterladen. Ob die Polizei für alle Wohnungen oder gar Häuser die in Frage kommen könnten, einen Durchsuchungsbefehl bekommen könnte?!
    Es gibt ja USB-Sticks eingemörtelt in Löcher in Hauswänden.
    Die könnten natürlich schnell entfernt und Nutzer identifiziert werden. Außerdem kann es vorkommen dass jemand einen USB-Killer einmörtelt, der gibt einen starken Stromstoß auf den Computer, und zerstört die USB-FUnktion oder das ganze Gerät. Das passiert über WLAN nicht.

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