Gesichtserkennung: Drei populäre datenschutzrechtliche Irrtümer

Rechtsanwalt Martin Steiger

4 Kommentare

  1. Lieber Herr Kollege
    Ich erlaube mir, Ihnen in zwei Punkten Ihres interessanten Beitrags zu widersprechen:
    (a) Gewöhnliche Fotografien von Menschen, auf welchen das Gesicht deutlich zu erkennen ist, sind nach Art. 5 lit. c Ziff. 4 revDSG in der Regel besonders schützenswerte Personendaten, da solche Fotografien in der Regel die Identifizierung einer Person ermöglichen, sei es, weil man sie erkennt, sei es mit Gesichtserkennungs- bzw. Gesichtsvergleichungstools.
    (b) Private Gesichtserkennungsvorgänge ohne Einwilligung, vertragliche Grundlage oder Gesetzesgrundlage sind nicht zulässig. Sie verletzen das Recht am eigenen Bild. Denn diese Gesichtserkennungsanlagen erzeugen immer ein Bild in elektronischer Form. Das Recht am eigenen bild erstreckt sich auch auf solche temporären Bilder.

    1. Daniel Kummer sagt:

      Zufällig lese ich gerade die Dissertation von David Henseler über Drohnen:

      1. @Daniel Kummer:

        Merci für den Hinweis!

        Die Dissertation ist übrigens als Open Access-Publikation frei zugänglich:

        https://suigeneris-verlag.ch/i.....506300.pdf

    2. @Daniel Kettiger:

      Ich glaube, bei den «biometrischen Daten» – gemäss revDSG, aber auch gemäss DSGVO – überschiessen Sie mit Ihrer Auslegung.

      Beim «Recht am eigenen Bild» muss wie immer beim Persönlichkeitsschutz eine Güterabwägung stattfinden, sofern überhaupt ein «Bild» in diesem Sinn wie auch eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung mit der erforderlichen Intensität vorliegen. Ich hoffe, die Frage, inwiefern bei Gesichtserkennung das «Recht am eigenen Bild» einschlägig ist, zu einem späteren Zeitpunkt vertiefen zu können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.