Online-Kommentare: SRF verbannt russisches Staatsfernsehen als Quelle

Rechtsanwalt Martin Steiger

4 Kommentare

  1. Paul Mongré sagt:

    Ich habe Mühe, Onlinekommentare zum Informationsauftrag der SRG zu zählen. Zwar werden sie in Art. 18 Abs. 2 lit. e u. Abs. 3 lit. b erwähnt, aber nur insofern dort ihr Einsatzgebiet eingeschränkt wird („Spiele und Publikumsforen werden nur angeboten, wenn sie einen zeitlich und thematisch direkten Bezug zu einer Sendung haben“). Daraus kann man m.E. nicht einmal den Auftrag ableiten, überhaupt Onlinekommentare anzubieten. Im selben Artikel werden auch Spiele erwähnt, und es käme wohl auch niemand auf die Idee, über die Nichtpublikation eines Spiels zum Thema Joe Biden eine beschwerdefähige Verfügung zu verlangen.

    Kostenloser Austausch über Programme der SRF hingegen könnte z.B. (und wird auch) über ein Kontaktformular angeboten. Dort erhält man sogar Antworten, wie ich selbst erfahren habe. Erst recht abgedeckt wäre dieser Auftrag auch über eine vormoderierte Kommentarsektion, wo nur ausgewählte Beiträge erscheinen. Der Konzession lässt sich m.E. nichts entnehmen, das die SRG verpflichtet, zur Wahrung eines Dialogs auch jeglichen beliebigen Schriftbeitrag aus dem Publikum zwingend auf ihren Seiten zu publizieren.

    1. @Paul Mongré:

      «Der Konzession lässt sich m.E. nichts entnehmen, das die SRG verpflichtet, zur Wahrung eines Dialogs auch jeglichen beliebigen Schriftbeitrag aus dem Publikum zwingend auf ihren Seiten zu publizieren.»

      Eine solche Verpflichtung stellen Sie in den Raum. In meinem Beitrag wird eine solche Verpflichtung weder behauptet noch gefordert. Ich bitte Sie, solche unfairen Formen der Diskussionstaktik zu unterlassen.

      1. Paul Mongré sagt:

        Ich bedaure, wenn der Eindruck einer Unterstellung entstanden ist, das war nicht meine Absicht.

        Wenn man fragt, ob die SRG nach Gutdünken Kommentare löschen darf, ist für mich allerdings eine relevante und interessante Folgefrage, ob sie *überhaupt* nach Gutdünken über die Publikation von Kommentaren entscheiden darf. Daraus ergibt sich der zitierte Satz.

        Hier würde mich Ihre Sichtweise interessieren. Betrachten Sie die Löschung eines bereits publizierten Kommentars als Sonderfall oder als grundsätzlich vergleichbar mit der Entscheidung, einen zugesandten Onlinekommentar erst gar nicht zu veröffentlichen?

        1. @Paul Mongré:

          Ich schätze Ihre Diskussionsbeiträge. So kann man selbstverständlich die Ansicht vertreten, die SRG handle bei den Online-Kommentaren privatrechtlich. Ich danke Ihnen jedenfalls für die Klarstellung!

          Ob ein Kommentar direkt – also noch vor der Veröffentlichung – oder nachträglich gelöscht wird, betrifft meines Erachtens den gleichen Sachverhalt.

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