Wie viele Rechtsanwälte gibt es in der Schweiz?

Rechtsanwalt Martin Steiger

4 Kommentare

  1. Dominic van der Zypen sagt:

    Ein Teil des Wachstums der Mitgliederzahlen des SAV lässt sich über das Bevölkerungswachstum erklären (im Zeitraum 2003-2013 ist die Bevölkerung um ca 10% gewachsen). Interessant wäre zu sehen, ob die grössere Zahl der Anwälte eher durch Corporations oder durch Kanzleien absorbiert wurden.

    1. @Dominic van der Zypen:

      «Interessant wäre zu sehen, ob die grössere Zahl der Anwälte eher durch Corporations oder durch Kanzleien absorbiert wurden.»

      Was ist mit «Corporations» gemeint?

      1. Dominic van der Zypen sagt:

        Ich habe mich nicht präzis ausgedrückt. Was ich meinte, war die (naive?) Dichotomie zwischen den [arbeitenden] Anwälten, die

        a) in einer Kanzlei oder selbständig (= ihre eigene Mini-Kanzlei) arbeiten;
        b) nicht in einer Kanzlei, also in einer wohl meist grösseren Firma, oder dann in der Verwaltung arbeiten.

        Vielleicht gibt es Anwälte, die man keiner dieser beiden Kategorien richtig zuordnen kann, aber würde davon ausgehen, dass die in der Minderheit sind.

        Mit „Corporations“ wollte ich auf die Anwälte der Kategorie b) oben Bezug nehmen.

        1. @Dominic van der Zypen:

          Ich kenne keine Zahlen zu Rechtsanwälten, die direkt bei Unternehmen oder in der Verwaltung arbeiten. Das liegt auch daran, dass sie dort nicht als Rechtsanwälte im engeren Sinn, sondern als Juristen (tätig sind. Sie unterstehen entsprechend auch nicht den zahlreichen Berufsregeln und sonstigen Regulierungen für Rechtsanwälte – diese gelten grundsätzlich nur «Personen, die über ein Anwaltspatent verfügen und in der Schweiz im Rahmen des Anwaltsmonopols Parteien vor Gerichtsbehörden vertreten» (Art. 2 Abs. 1 BGFA).

          In seinem Entwurf für ein neues schweizerisches Anwaltsgesetz schlägt der Schweizerische Anwaltsverband (SVA) folgende Änderung (PDF) vor:

          «Währenddem bis jetzt jeder, der die Anwaltsprüfung bestanden hatte, sich ‹Anwalt› (Titel je nach kantonalem Recht) nennen durfte (unabhängig von seiner effektiven Tätigkeit), sieht der Entwurf vor, dass nur noch diejenigen Personen, die im Anwaltsregister eingetragen sind, diesen Titel führen dürfen. Damit wird erreicht, dass für das Publikum klar ist, dass diese Person u.a. dem Berufsgeheimnis und einer Beaufsichtigung untersteht, und sich klar von denjenigen unterscheidet, die zwar die Anwaltsprüfung bestanden haben, den Beruf (im Sinne des freiberuflichen Anwaltsberufes) aber nicht ausüben. Diejenigen, die die Anwaltsprüfung bestanden haben, ohne im Anwaltsregister eingetragen zu sein, sind selbstverständlich berechtigt, auf die bestandene Anwaltsprüfung hinzuweisen; der Entwurf schlägt dafür den Titel ‹Inhaber des anwaltlichen Fähigkeitsausweises› vor, dies in Analogie zur bestehenden Regelung im Kanton Genf (‹Titulaire du certificat d’avocat›).»

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