
Der langjährige deutsche «Domain-Newsletter» erschien am 30. Juli 2026 nach fast 27 Jahren und 1327 Ausgaben zum letzten Mal in seiner bisherigen Form. Nun gibt es mit dem «Domain Brief» (ohne Bindestrich) einen unabhängigen Nachfolger.
Mit künstlicher Intelligenz gerät das freie Web unter Druck. Für viele Blogs und Newsletter lohnt es sich immer weniger, unabhängig recherchierte und redaktionell geprüfte Inhalte zu veröffentlichen.
Die «Domain-Newsletter»-Autoren Florian Hitzelberger und Daniel Dingeldey erklärten ihren Abschied am 23. Juli 2026 unter anderem wie folgt:
«[Wir] haben Sie nun gemeinsam mehr als ein Vierteljahrhundert kontinuierlich zuverlässig jede Woche mit aktuellen, wichtigen, informativen, unterhaltsamen und notwendigen Informationen versorgt. Uns war es Pflicht, Ehre und Vergnügen (besonders letzteres) an den Themen Top Level Domains, Internetverwaltung, Domain-Recht und Streitbeilegung, Domain-Handel, DNS, Events und vielem mehr zu arbeiten und Sie daran teilhaben zu lassen.»
Und:
«Für die Zukunft lassen sich die wöchentliche Schlagzahl des Domain-Newsletter und regelmäßige Veröffentlichungen auf domain-recht.de nicht aufrechterhalten. In Zeiten der KI sind Budgets wichtiger als manuell kuratierte, geprüfte Informationen.»
Momentan sind die über 9’000 veröffentlichten «Domain-Newsletter»-Beiträge am gewohnten Ort bei https://domain-recht.de/ noch abrufbar.
Neuer Newsletter: «Domain Brief» von Tobias Sattler

Mit dem «Domain Brief» von Tobias Sattler gibt es nun einen unabhängigen Newsletter, der ausdrücklich an die Tradition des «Domain-Newsletter» anknüpfen möchte.
erklärten Nachfolger des «Domain-Newsletters».
Tobias Sattler schrieb am 4. August 2026 unter dem Titel «Warum es Domain Brief gibt» unter anderem:
«Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beruflich mit Domains zu tun hat, muss wissen, welche Top-Level-Domains kommen und welche verschwinden, wie Gerichte über Domainnamen entscheiden, was ICANN und die Registries beschließen und was Domains am Markt kosten. Diese Informationen gibt es, aber sie liegen verstreut in englischsprachigen Quellen, Pressemitteilungen und Entscheidungsdatenbanken. Wer sie zusammentragen will, verbringt damit mehrere Stunden.»
Bei Tobias Sattler handelt es sich um eine erfahrene Fachperson aus der Branche:
«Domain Brief wird von Tobias Sattler herausgegeben. Er arbeitet seit rund zwanzig Jahren in der Domainbranche, war zuletzt Vorstand bei united-domains, Vorsitzender des PTI/IANA-Boards sowie Mitbegründer der TechOps-Gruppe bei ICANN. Seine Veröffentlichungen zu Struktur und Ökonomie des Domainmarkts erscheinen unter anderem in IEEE Access und bei Springer Gabler.»
Der «Domain Brief» ist kostenlos und kann per E‑Mail abonniert werden. Ferner gibt es einen RSS-Feed, wenn auch ohne Volltext.
Auffällig ist die austauschbare Gestaltung der Website im mittlerweile allgegenwärtigen «AI Beige». Allenfalls wird man sich aber dort, wo das freie Web überlebt, an diese Ästhetik gewöhnen müssen.
Bei einem Blog muss man mittlerweile ohnehin davon ausgehen, dass man zunehmend für sich selbst und KI-Agenten schreibt. Letztere vermitteln die veröffentlichten Inhalte dann an Menschen.
Ausserdem gibt es eine gewisse Tradition, dass bei Blogs und Newslettern der Inhalt im Vordergrund steht. In dieser Hinsicht überzeugt mich bislang der «Domain Brief».
Bild: OpenAI / ChatGPT (KI-generiert).